Der Londoner Flughafen Heathrow musste am Freitag abrupt geschlossen werden, nachdem in einem nahe gelegenen Umspannwerk ein Großbrand ausgebrochen war, der einen kompletten Stromausfall verursachte. Das Feuer brach am Donnerstag gegen 23:00 Uhr GMT aus. Er ließ dicke Rauchschwaden und riesige Flammen in die Luft steigen, was zu einer vollständigen Einstellung des Flughafenbetriebs führte.
Die Behörden haben die Ursache des Brandes, bei dem 25.000 Liter Kühlflüssigkeit im Transformator des Umspannwerks in Brand gerieten, nicht bestätigt. Da es sich um eine kritische Infrastruktur handelt, werden die Ermittlungen von Anti-Terror-Agenten geführt, auch wenn es keine unmittelbaren Beweise für ein Verbrechen gibt.
Die Schließung des Flughafens Heathrow hat zu einer ähnlichen Störung des weltweiten Luftverkehrs geführt wie die isländische Aschewolke im Jahr 2010, als rund 100 000 Flüge ausfielen. Von der Schließung am Freitag waren etwa 1 351 Flüge und bis zu 291 000 Passagiere betroffen. Viele Flüge wurden auf andere Flughäfen in Großbritannien und Europa umgeleitet. Einige Langstreckenflugzeuge mussten sogar zu ihrem Ausgangsort zurückkehren.
Fluggesellschaften und Branchenexperten haben begonnen, sich auf beträchtliche finanzielle Kosten einzustellen, wobei die Verluste mehrere zehn Millionen Pfund erreichen könnten. Branchenführer machen sich auch zunehmend Gedanken über Rechenschaftspflicht und Präventionsstrategien, da sie die Anfälligkeit der Flughafeninfrastruktur in Frage stellen.
Heathrow bleibt geschlossen, so dass gestrandete Reisende mit langen Verspätungen und der schwierigen Aufgabe konfrontiert sind, ihre Pläne zu ändern. Der Feuerwehr gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen, indem sie das Gelände mit Löschschaum übergoss. Das Ausmaß des Schadens und die Dauer der Schließung des Flughafens sind jedoch noch ungewiss.
Da Flugzeuge und Besatzungen gezwungen sind, ihre Positionen zu verlassen, müssen die Fluggesellschaften ihr Netz schnell umorganisieren.
Die Flüge von Heathrow wurden auf andere europäische Flughäfen umgeleitet, und zwar wie folgt:
- Fünf solcher Flüge landeten auf dem Flughafen Charles de Gaulle in Paris. Zwei kamen aus Singapur - ein Qantas- und ein Singapore Airlines-Flug. Die anderen Flüge waren ein Qantas-Flug aus Perth, Australien, ein Emirates-Flug aus Dubai und ein RwandAir-Flug aus Kigali.
- Sieben Flüge mussten zum Flughafen Schiphol in Amsterdam umgeleitet werden. Delta-Flüge aus Detroit und Boston in den USA, zwei Cathay Pacific-Flüge aus Hongkong, ein British Airways-Flug aus Riad und ein Malaysia Airlines-Flug aus Kuala Lumpur.
- In Frankfurt sind sechs Flugzeuge umgeleitet worden. Dabei handelte es sich um einen Singapore-Airlines-Flug aus Singapur, einen Air-India-Flug aus Delhi, einen Gulf-Air-Flug aus Bahrain, einen Etihad-Flug aus Abu Dhabi und zwei Flüge aus Doha - einer von Qatar Airways, der andere von British Airways.





















