Da US-Touristen laut Statista mit $158,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 weltweit die zweithöchsten internationalen Tourismusausgaben tätigen und damit nur von chinesischen Reisenden übertroffen werden, ist es für Reiseziele weltweit von enormer wirtschaftlicher Bedeutung, ihre Reiseabsichten und aufkommenden Trends zu verstehen. Durch die genaue Vorhersage dieser Trends können Reiseziele ihre Marketingstrategien und Infrastruktur sowie die Ressourcenzuteilung optimieren, um potenzielle Rückgänge zu nutzen und abzumildern.

Um diesem Bedarf gerecht zu werden, hat ForwardKeys, ein führender Anbieter von Reiseinformationen, eine innovative 12-Monats-Prognose entwickelt. Sie wurde im Februar als Teil der Lösung „Destination Gateway” eingeführt. Die genaue Prognose, die auf der firmeneigenen Total Air Market-Formel basiert, umfasst nun auch Billigfluggesellschaften. Diese Informationen werden normalerweise nicht von Fluggesellschaften weitergegeben. So entsteht ein detailliertes, umfassendes Bild des Flugverkehrs für das kommende Jahr, anhand dessen Nutzer die Nachfrage vorhersagen und sich entwickelnde Reisetrends antizipieren können.

Die Anwendung des Tools mit Fokus auf US-Auslandsreisen nach Europa im Sommer 2025 zeigt einige interessante Veränderungen im Reiseverhalten – mit Auswirkungen auf diejenigen Reiseziele, die auf transatlantische Besucher angewiesen sind, um ihre lokale Wirtschaft anzukurbeln.

Keine Veränderung bei den vier beliebtesten Reisezielen von US-Touristen

Laut der Analyse von ForwardKeys werden die vier beliebtesten Reiseziele des Sommers 2024 – London, Paris, Rom und Dublin – voraussichtlich auch 2025 die beliebtesten Reiseziele für US-Reisende bleiben.

Allerdings sind die Schwankungen im Ranking der europäischen Reiseziele außerhalb der Spitzengruppe deutlicher ausgeprägt.

Städtereisen: sich verändernde Präferenzen

Berlin und Porto werden voraussichtlich jeweils drei Plätze gutmachen, angetrieben durch ein prognostiziertes Wachstum von 8% bzw. 9%. Weiter unten in der Liste werden Bilbao und Faro ein deutliches Wachstum verzeichnen und voraussichtlich um 6 bzw. 15 Plätze aufsteigen.

Der Rückgang von Reisen aus den USA in ehemals beliebte Reiseziele

Obwohl London bei Besuchern aus Übersee nach wie vor beliebt ist, wird für die Stadt im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Besucherzahlen um 2% prognostiziert. Auch für Reykjavik wird trotz des beliebten Stopover-Programms von Icelandair ein Rückgang der Besucherzahlen aus den USA um 12% erwartet. 

Nordische Länder erwarten mehr US-Touristen

Helsinki (+16%) und Kopenhagen (+3%) werden voraussichtlich in diesem Sommer mehr US-Touristen anziehen, was möglicherweise auf den verstärkten Wettbewerb und die verbesserte Langstreckenanbindung zurückzuführen ist. Bemerkenswert ist, dass die Kapazität der Direktflüge zwischen den USA und Helsinki um 59% gestiegen ist, was die wachsende Nachfrage unterstreicht. Nach dem Einmarsch in die Ukraine und der Unmöglichkeit für finnische Fluggesellschaften, über Russland zu fliegen, erfolgte eine Verlagerung nach Westen.

Das Verständnis der sich wandelnden Reisevorlieben von US-Touristen hilft Reisezielen dabei, ihre Strategie zu optimieren. Während traditionelle Favoriten wie London, Paris und Rom weiterhin stark sind, beobachten wir auch bemerkenswerte Verschiebungen. So steigt beispielsweise die Nachfrage nach nordischen und zweitrangigen europäischen Städten.

Unsere neuesten Prognosemöglichkeiten ermöglichen es Reisezielen, diese Trends genauer vorherzusagen, sodass sie ihre Marketing-, Konnektivitäts- und Infrastrukturpläne anpassen können, um Chancen zu nutzen und mögliche Rückgänge abzufedern.